SEO: Linkaufbau lohnt sich 2019 überhaupt nicht mehr!

SEO: Linkaufbau lohnt sich 2019 überhaupt nicht mehr!


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    Ich sehe es genauso wie Du, dass klassischer Linkaufbau heutzutage keine gute Strategie mehr ist. Das heißt aber natürlich nicht, dass es keiner mehr macht. In einem anderen Video hattet Ihr mal erwähnt, dass "Content Marketing" mit knapp 10.000 Suchanfragen wesentlich häufiger gesucht wird als "Links kaufen" mit 140 Suchanfragen.

    Sieht man sich die Suchergebnisseiten an, fällt allerdings auf, dass die Suchintention der beiden Begriffe recht unterschiedlich ist. Während bei "Content Marketing" auf der ersten Seite nur informationsorientierte Seiten mit Definitionen und News zu Content-Marketing zu finden sind, sind 60 % der Ergebnisse zu "Links kaufen" transaktionsorientiert, d. h. es handelt sich überwiegend um Websites, bei denen direkt Backlinks gekauft werden können. Für eine bessere Vergleichbarkeit könnte man daher "Content Marketing" mit "Linkkauf" vergleichen, da "Linkkauf" genauso wie "Content Marketing" ausschließlich informationsorientiert ist. Das Suchvolumen liegt bei "Linkkauf" mit 40-100 sogar noch unter dem von "Links kaufen".

    Alternativ könnte man auch "Links kaufen" mit einem Begriff wie "Content Marketing Agentur" vergleichen, bei dem 90 % aller Ergebnisse auf der ersten Seite in den transaktionalen Bereich gehen, d. h. von Websites stammen, die Content-Marketing anbieten. "Content Marketing Agentur" hat laut den SEO-Tools ein Suchvolumen von 390-480.

    Nur bei SISTRIX ist das Keyword überhaupt nicht in der Datenbank, nicht mal in der erweiterten Datenbank. Mich wundert das allerdings nicht: Anfang Dezember hat SISTRIX in einem größeren Update 250 Millionen neue Keywords in seine Datenbank eingefügt, überwiegend im Longtailbereich. Gleichzeitig wurden aber auch einige Keywords entfernt, die laut SISTRIX nicht relevant für ein repräsentatives Keywordset sind.

    Man kann jetzt mit Recht fragen, warum Begriffe wie "Content Marketing Agentur" sogar für die erweiterte Datenbank nicht wichtig genug sein sollen, wenn alle anderen SEO-Tools das Keyword in der Datenbank haben und ein mittleres dreistelliges Suchvolumen ermitteln. Es geht aber noch extremer: Mit dem Update hat SISTRIX auch Keywords aus der Datenbank entfernt, deren Suchvolumen von allen anderen SEO-Tools bei 200.000-400.000 Suchanfragen pro Monat gesehen wird.

    Ich hatte mich deswegen schon Anfang Dezember an den SISTRIX-Support gewandt, weil es sich bei der Entfernung von so oft gesuchten Begriffen offensichlich um einen Fehler handeln muss. Der SISTRIX-Support beharrt jedoch weiterhin darauf, dass die Keywords zu unwichtig wären und deshalb nicht in die Datenbank gehören.

    Wenn man mal von SISTRIX als Sonderfall absieht, zeigt der Vergleich der beiden transaktionalen Begriffe "Content Marketing Agentur" und "Links kaufen", dass die Nachfrage über Google zu Content-Marketing größer ist als zum Linkkauf. Allerdings zeigt eine kurze Keywordrecherche, dass sich die Suchbegriffe auch wandeln bzw. präzisiert werden: Neben informationsorientierten Keywords wie "backlinks kaufen sinnvoll" wird auch nach "deutsche backlinks kaufen", "content links kaufen", "wikipedia links kaufen" oder "starke links kaufen" gesucht.

    Auch wenn die Nachfrage nach Linkkauf deutlich abgenommen hat, versuchen diejenigen, die immer noch Links kaufen wollen, jetzt gezielt an bestimmte Arten von Links zu kommen. Suchanfragen wie "content links kaufen" zeigen, dass es sich auch bei Linkkäufern herumgesprochen hat, dass Sitewide-Links im Header, Footer oder der Sidebar nicht die beste Form der Verlinkung darstellen und Content-Links interessanter sind. Zudem sieht man an Suchanfragen wie "deutsche backlinks kaufen", "wikipedia links kaufen" oder "starke links kaufen", dass auch beim Linkkauf mehr auf Qualität statt Quantität geachtet wird und dass auch ein Nofollow-Link aus der Wikipedia als besser angesehen wird als 1.000 Follow-Links aus dubiosen Webkatalogen.

    Die genaue Höhe der Nachfrage nach Linkkauf lässt sich auch deshalb schwer beziffern, weil neben der direkten Suche bei Google viele Linkverkäufe über XING- oder Facebook-Gruppen abgewickelt werden. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Menge an E-Mails, die direkt an Websitebetreiber geschickt werden, um an einen Backlink zu kommen. Als Betreiber eines großen Internetforums erhalte ich immer noch haufenweise E-Mails mit solchen Anfragen. Erst kürzlich hat mich wieder jemand angeschrieben und mir für einen Sitewide-Link im Header, der ein Jahr bestehen bleiben sollte, 400 € geboten.

    Die Mehrzahl der Anfragen bezieht sich mittlerweile aber auf Content-Links. Gegen ein entsprechendes Entgelt soll ein Money-Keyword mit einem Follow-Link auf die gewünschte Website gesetzt werden. Alternativ zur Integration in einen bestehenden Artikel bieten die Linkkäufer oft an, gleich den kompletten Artikel zur Verfügung zu stellen, wobei dieser natürlich gänzlich ohne Kennzeichnung als "Sponsored Post" veröffentlicht werden soll. Auch wenn ich alle Anfragen zum Linkverkauf immer ablehne, kommen trotzdem immer wieder neue Anfragen.

    Fazit:
    Das Interesse an Linkkauf geht erfreulicherweise zurück, die Dunkelziffer dürfte aber wohl trotzdem noch sehr hoch sein. Im Laufe der nächsten Jahre dürfte das Problem mit gekauften Links durch weitere Verbesserungen des Google-Algorithmus aber noch kleiner werden. Deshalb sollten Websitebetreiber spätestens jetzt ihre Altlasten über einen gründlichen Link-Audit aufdecken und beseitigen, und für die Zukunft auf moderne Techniken wie Content-Marketing setzen.

    Sehe ich auch so. Und kommt mir sehr entgegen, denn den klassischen Linkaufbau habe ich persönlich immer als den unangenehmsten/nervigsten Teil von SEO-Projekten empfunden. Wohlgemerkt: Den typischen Linkaufbau nach dem Motto „Links um der Links wegen“. Linkaufbau als ganz natürlichen Teil von Content-Marketing u.ä. betrifft das natürlich nicht. (Und ja: Das Herumspielen mit automatisiertem Black-Hat-Linkaufbau hat damals vor zehn Jahren in ein paar Test-Projekten durchaus Spaß gemacht. Aber das habe ich nie auf ernsthaft betriebene Websites losgelassen.)

    Super Video, lieber Julian! Hätte der Titel deines Videos nicht eher "Linkkauf / Linktausch lohnt sich 2019 überhaupt nicht mehr" heißen müssen? Du sagst ja selbst im Video, dass Links immer noch wichtig sind 🙂
    Laut John Müller (Google!) verstößt jede Art von aktiven Linkaufbau gegen die Google-Richtlinien (Quelle: https://www.seroundtable.com/quality-links-against-googles-webmaster-guidelines-26456.html). Also auch die Suche nach Kooperationen usw. Was sagst du dazu? Alles nur Panikmache?

    Hervorragendes Video mit vielen klärenden Antworten. Habe bislang nur 2 Videos von euch gesehen, bin aber um Welten schlauer, was ich nun WIRKLICH tun muss, um mein Ranking zurück zu holen. Hierbei bräuchte ich fachmännische Hilfe. Wer fühlt sich berufen?
    p.s.: die Dislikes auf dieses Video sind für mich völlig unverständlich, entstehen möglicherweise nur aus Frust über den eigenen Rankingverlust und die Grundaussage, dass es kein Allheilmittel gibt, sprich man einfach nur besser werden muss. Immer schade, wenn dann so dämlich reagiert wird. buuuuhhh!!!

    Hört sich auf jeden Fall nachvollziehbar an. In der Praxis erlebe ich das jedoch etwas anders. Ich habe ein Keyword im Fokus mit gut 50.000er Suchvolumen im Monat, wofür es sowieso schwer ist, zu ranken. Jetzt finden sich auf Seite 1 des Indexes jedoch nur namhafte Marken wie Baumärkte etc., die eine gewisse Relevanz/Trust ausstrahlen bzw. darstellen. Da kann ich noch so tollen Content schreiben, ich werde ohne viele sehr gute Links nicht auf Seite 1 landen. Ich probiere es mittlerweile seit 3 Jahren. Mehr als Platz 17 war nicht drin. Die Webseiten auf Seite 1 hingegen haben oft gar keinen Text, sprich kein Content, und nur Produkte.

    Aus diesem Grund kann ich nicht immer glauben, dass Content King ist. Eher der Trust ist King.

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